Ein echter Glücksfall

Von der Praktikantin zur Redakteurin - das ifp-Volontariat
Ein Praktikum bei der Elternzeitschrift „leben&erziehen“ brachte mich auf das ifp. Die dortige Volontärin erzählte mir von der Ausbildung an der katholischen Journalistenschule. Erst war ich skeptisch: Ein Volontariat in Kirchenzeitungen, wird das überhaupt ernst genommen? Doch als ich mich näher mit der Ausbildung beschäftigte, mit den fünf Seminaren und zwei externen Praktika und von den vielen prominenten Absolventen erfuhr, war ich mir sicher:Ein ifp-Volontär muss sich vor keinem Absolventen der Deutschen Journalistenschule verstecken. Also bewarb ich mich – und konnte die Jury überzeugen. Ich durfte mich in der Redaktion der Kinder- und Jugendzeitschriften Tierfreund und Stafette vorstellen und wurde angenommen. Für mich als studierte Medienpädagogin ein echter Glücksfall.
Ich war gespannt, was auf mich zukommen würde, als ich im Oktober 2006 mein ifp-Volontariat beim Sailer-Verlag in Nürnberg antrat. Katholische Journalistenschule und Kinderzeitschriften – wie passt das zusammen, fragte ich mich. Klar, der Sailer-Verlag ist eine Tochter des Weltbild-Verlages in Augsburg – an dem 14 katholische Diözesen beteiligt sind.
Ich hatte nicht allzu viel Zeit, diese Frage in meinen Ausbildungsredaktionen Tierfreund und Stafette zu klären, denn schon nach zwei Wochen stand der erste ifp-Kurs an. In Augsburg zeigte uns Marion Trimborn von der dpa, wie man eine gute Meldung schreibt und Ursula Kals von der FAZ weihte uns in die Geheimnisse der journalistischen Königsdisziplin ein: der Reportage. Außerdem durften wir uns im Interviewen und Redigieren üben und bekamen einen Einblick in die verzwickte Welt des Presserechts.
Bepackt mit jeder Menge Wissen über journalistische Theorie und Praxis ging’s zurück nach Nürnberg. Im Redaktionsalltag konnte ich meine frisch erworbenen Kenntnisse gleich austesten: Ich schrieb für den Tierfreund Reportagen aus dem Zoo oder sprang für die Stafette mit jugendlichen Parkour-Läufern über Treppengeländer.
Meine Ausbildungsredakteure unterstützten mich, wo immer ich Hilfe nötig hatte. Und in allen anderen Fragen, zum Beispiel bei der Suche nach Praktika, war Studienleiter Burkhard Schäfers ein zuverlässiger Ansprechpartner.
Apropos Praktika: Die Möglichkeit, ins Tageszeitungsgeschäft zu schnuppern, nutzte ich beim Münchner Merkur. Die Praktika-Datenbank des ifp bietet eine schier unerschöpfliche Quelle an Informationen – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Da ich mir ziemlich sicher war, mein berufliches Glück im Kinder- und Jugendmedienbereich zu finden, absolvierte ich mein zweites Praktikum beim Tigerentenclub des SWR.
Den Kontakt zur Redaktion hatte mein Mentor hergestellt – ein weiterer großer Vorteil der ifp-Ausbildung. Im zweiten Ausbildungsjahr beginnt nämlich das Mentorenprogramm: Erfahrene Journalisten nehmen sich der Nachwuchskräfte an und helfen ihnen beim Einstieg ins Berufsleben.
Im zweiten Seminar beschäftigten wir uns mit Textformen, die normalerweise nicht zu meiner täglichen Arbeit gehören: Kommentar, Glosse und Fernsehkritik standen auf dem Stundenplan. Über den Tellerrand des Print-Journalismus blickten wir beim Hörfunkkurs. Nach einer Woche harter Arbeit, in der jeder Volontär seinen eigenen Beitrag produzierte, ging in Ludwigshafen für zwei Stunden Radio „Zwei-Zwo-Neun“ on Air.
Der Fernsehkurs brachte uns schließlich den letzten fehlenden Baustein für die ganze Palette des Medienmachens. Und das eigene Stück mit selbst eingesprochenem Text macht sich auf jeden Fall gut in jeder Bewerbungsmappe. Abgerundet wurde die überbetriebliche Ausbildung durch den Aufbaukurs in den neuen ifp-Räumen in München. Schreiben, Drehen, Fotografieren: Beim Crossmedia-Projekt reaktivierten wir noch mal alle unsere journalistischen Kenntnisse.
Jetzt, wo ich mein Volontariat Revue passieren lasse, werde ich fast etwas wehmütig. Es war wirklich eine tolle und lehrreiche Zeit. Und wir können optimistisch in die Zukunft blicken: So umfassend ausgebildet wie wir sind, sollte es kein Problem für uns sein, einen tollen Job zu finden. Das Volo endet jetzt zwar, doch durch die jährlichen Jahrestreffen, Besinnungswochenenden und das gute Netzwerk werde ich meinen Mit-Volos und dem ifp sicherlich auch weiter verbunden bleiben.
