In die himmlische Herrlichkeit aufgenommen

Das Fest Mariä Himmelfahrt wird am 15. August gefeiert
Mit dem Fest Mariä Himmelfahrt verbinden viele Menschen vor allem einen alten Brauch: Die Kräuterweihe. Am Festtag werden morgens die Sommerkräuter – meistens eine ganz bestimmte Anzahl – zusammengebunden und bei der Messe vom Pfarrer gesegnet.Die Gottesdienstbesucher nehmen geweihte Sträuße mit nach Hause und hängen sie auf dem Dachboden oder dem „Herrgottswinkel“ in Häusern oder Ställen auf. Den Kräutern schreibt man gute Wirkungen zu: sie sollen gegen Krankheiten und Unheil helfen.
Schon früh verehrten die Menschen Maria als Schutzpatronin gegen die Unbilden der Natur. So hat man denn viele Heilpflanzen mit einem Mariennamen belegt: Marienblümchen, Mariendistel, Mariä Bettstroh.
Ältestes Marienfest
Wenn die ersten Baum- oder Strauchnüsse reif waren, schenkte man sie den Kindern am 15. August als Mariennüsse.Kräuter, die Fruchtbarkeit der Natur und Mariä Himmelfahrt gehen sehr früh eine enge Verbindung miteinander ein.
Mariä Himmelfahrt ist dabei das höchste und älteste Marienfest: es wurde in der Ostkirche schon im 5. Jahrhundert gefeiert, die Westkirche hat das Fest im 7. Jahrhundert übernommen.
Die heutige Bezeichnung Mariä Himmelfahrt ist die volkstümliche Bezeichnung in Deutschland. Der offizielle Name lautet: Hochfest der „Aufnahme Mariens in den Himmel“.
Damit soll der Unterschied zu Christi Himmelfahrt deutlich gemacht werden. Maria und Christus, beide befinden sich zwar in der himmlischen Herrlichkeit, doch auf der einen Seite steht der Mensch Maria und auf der anderen Seite Jesus Christus, der Sohn Gottes.
Mariendogma
Papst Pius XII. wollte dem Fest durch die feierliche Verkündigung des Mariendogmas am 1. November 1950 noch einmal einen besonderen Glanz verleihen. In einem Lehrschreiben verkündete er für die Katholische Kirche die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel:"Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die Unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde."
Pius wollte damit deutlicher machen, was den Heimgang Mariens vom Heimgang anderer Märtyrer und Heiliger unterscheidet und auszeichnet. Maria ist ganz und gar in den Himmel aufgenommen worden. Das artikuliert etwa das Tagesgebet der Messe so: „Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und mit Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben.“











