Allerheiligen statt Halloween

Rückbesinnung auf christliche Feiertage
Bamberg - Eine Woche vor dem 31. Oktober müssten die Christen sich entschieden gegen Halloween aussprechen. Der letzte Tag im Oktober werde nach den Worten von Erzbischof Ludwig Schick immer mehr zu einem reinen Halloween-Tag und verdränge die Feiertage Allerheiligen und Allerseelen sowie den Reformationstag.„Es ist erschreckend, wie die Halloween-Feiern bei uns zunehmen. Sie sind amerikanischer Import und entsprechen nicht unserer Kultur. Sie sind für unsere Kinder und Jugendlichen, aber auch für Erwachsene mehr schädlich als förderlich, vor allem wenn sie die Feiertage Allerheiligen und Allerseelen verdrängen“, äußert sich Schick.
Halloween fördere eine oberflächliche Spaßkultur und sei unsinnige Geschäftemacherei. Noch schlimmer sei es, dass Halloween einen Rückfall in irrationalen Geisterglaube bewirke. Schick erinnerte an das Wort Goethes: „Die Geister die ich rief, die werde ich nicht mehr los“. Wer sich mit Götter- und Geisterglaube befasse, dessen Denken und Handeln werde bedauerlicherweise empfänglich für Irrationalität, Oberflächlichkeit, sogar für Gewalt und entferne den Menschen vom christlichen Glauben.
Schick: „Es ist lebenswichtig, dass sich die Menschen zu einem allwissenden, vernünftigen und liebenden Gott bekennen. Der Glaube an Gott bestimmt das Leben und das Miteinander der Menschen.“ Allerheiligen und Allerseelen seien mit unserer christlich-abendländischen Kultur seit Jahrhunderten zutiefst verbunden. Diese Gedenktage enthielten und vermittelten eine wichtige Botschaft. „Allerheiligen zeigt, dass kein Mensch Zufallsprodukt ist, sondern jeder von Gott ins Leben gerufen wurde. Jeder hat eine Bestimmung, soll sich nach dem Bild und Gleichnis Gottes entfalten und entsprechend leben und handeln. Das nennen wir 'heilig werden'. Nach diesem Leben sollen die Menschen in den Himmel kommen zu allen Heiligen.“
Einen wichtigen Aspekt der Feiertage Allerheiligen und Allerseelen sieht der Erzbischof in der Auseinandersetzung mit dem Tod. „Sie machen darauf aufmerksam, dass der Mensch einmal sterben wird. Nach einem entsprechenden Leben soll er mit allen Menschen in den Himmel kommen.“ Kritisch äußert sich Schick dazu, dass der Tod in unserer Gesellschaft verdrängt werde. „Das ist schlecht für den einzelnen Menschen und hat verheerende Folgen für die gesamte Gesellschaft.“
Genau dieses Verhalten, da ist sich Schick sicher, ist Ursache für dafür, dass alte und sterbende Menschen allein gelassen werden und keine menschliche Zuwendung mehr erfahren würden. „Wenn die Menschen mit schweren Krankheiten, Tod und dem Sterben nicht mehr umgehen können, bewusst oder unbewusst den Tod verdrängen, werden Kranke abgeschoben und Sterbende isoliert.“ Gleichzeitig warnt der Bamberger Erzbischof vor dem Umkehrschluss dieses Verhaltens: „Diese Verdrängung bewirkt aber auch einen ungesunden Kult der Jugend, Fitness und Wellness.“ Schließlich treibe die Verdrängung des Todes zu einer verschwenderischen Lebensgier und Genusssucht, die zerstörerisch wirke.
„Allerheiligen und Allerseelen haben auch immer wieder darauf hingewiesen, dass am Ende eines jeden menschlichen Lebens das Gericht kommt, in dem jeder über seine guten und bösen Taten Rechenschaft ablegen muss.“ Es sei ein Unglück, dass dieser Artikel des christlichen Glaubensbekenntnisses verdrängt werde. Das vermehre in dieser Welt Täter und Opfer, Unterdrücker und Unterdrückte, Ausbeuter und Ausgebeutete, ohne das Bewusstsein, dass vor Gottes Gericht dafür einmal Rechenschaft verlangt werde.
Schick fordert, dass gegen Halloween der Inhalt der Feste Allerheiligen und Allerseelen gesetzt wird. Deshalb ruft er die Pfarreien und Verbände, vor allen Dingen auch die Jugendverbände auf, am Vorabend von Allerheiligen (31. Oktober), an Allerheiligen und Allerseelen (1. und 2. November) selbst, jugendgerechte Gottesdienste, Diskussionsrunden und Veranstaltungen anzubieten, „in denen Allerheiligen und Allerseelen thematisiert werden, um Halloween etwas entgegenzusetzen.
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