"Wer Gott dient, bewahrt seine Schöpfung"

Verschiedene Aktionen zur "Bewahrung der Schöpfung"
Auf das Engagement eines jeden Einzelnen, über die Bewahrung der Schöpfung nachzudenken, sich für sie einzusetzen und notwendige Veränderungen im Lebensstil vorzunehmen, verweist Erzbischof Ludwig Schick im Fastenhirtenbrief, der am 1. Fastensonntag in den Gemeinden der Erzdiözese Bamberg verlesen wird. „Uns allen wünsche ich mehr Liebe zur Natur und zum Kosmos, zur Pflanzen- und Tierwelt, vor allem aber zu den Menschen.“Die Religionen könnten für den nötigen Bewusstseinswandel eine große Hilfe sein, ist sich Schick sicher. „Gerade die katholische Kirche hat die Chance, ihre Stärken im Interesse der ganzen Menschheit einzubringen, da sie in allen Erdteilen effektiv und mit den notwendigen Kompetenzen vertreten ist.“ Als Christen seien wir gefordert, eine entscheidende Rolle bei der Bewahrung der Schöpfung zu übernehmen. „Unser Menschenbild und Schöpfungsverständnis tragen ein großes Motivationspotenzial in sich.“ Nach den Worten des Bamberger Erzbischofs liegt darin ein Auftrag an die Ökumene und eine Chance, in dieser Angelegenheit ökumenisch zu wirken. Das gemeinsame Wirken für die Bewahrung der Schöpfung fördere die Einheit der Christen. „Die vereinte Christenheit kann entscheidend dazu beitragen, die drohende Zerstörung der Natur und des Kosmos zu verhindern.“ An die Politiker appelliert Schick, „entscheidend zur Bewahrung der Umwelt beizutragen.“ Das könne, so der Erzbischof, durch ein vehementeres Eintreten für Reduzierungsmaßnahmen des CO² - Ausstoßes und gegen Erderwärmung geschehen.
Maßnahmen zur „Bewahrung der Schöpfung“ im Erzbistum
Im Fastenhirtenbrief erinnert der Erzbischof an die Schöpfungsberichte der Bibel. Sie lehren uns die Liebe zum Schöpfer und damit zu allem, was er gemacht hat. „Die Sorge um die Schöpfung muss die Achtung des Menschen in allen seinen Lebensstadien besonders betonen.“ Schick kritisiert deutlich die Vertreter „der ökologischen Bewegung, die das Leben von Bäumen und Tieren höher als das Leben eines Embryos achten, der ein Mensch im Frühstadium seiner Entwicklung ist.“ Auf die Eröffnung der Energie- und Klimaoffensive am 1. Fastensonntag, 1. März 2009, hinweisend, lenkt Schick den Blick auf klimaschonende Bau- und Renovierungsmaßnahmen sowie auf die Förderung von Energie- und Umweltmanagement.
Auch das diesjährige Heinrichsfest, 12. Juli, setzt sich mit der Thema auseinander. Bereits erfolgte Maßnahmen werden in Bamberg vorgestellt.
Die Misereor-Fastenaktion befasst sich in diesem Jahr ebenfalls mit dieser Problematik: ‚Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können’ heißt auch mit Blick auf globale Gerechtigkeit und Solidarität mit allen Menschen der Welt nachhaltig zu wirtschaften. Schick: „Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Hunger in der Welt lässt sich nicht leugnen. Es darf nicht sein, dass wohlhabende Nationen auf Kosten anderer leben.“ Bekanntlich verursachten hauptsächlich die Konsumgesellschaften Europas und Nordamerikas den Klimawandel, die Folgen allerdings bekämen vor allem die Armen der südlichen Halbkugel zu spüren.
Fastenzeit – Bewahrung der Schöpfung
Die Fastenzeit hält der Bamberger Erzbischof für geeignet, über viele Alltäglichkeiten kritisch zu reflektieren und sich von falschem Denken und Handeln zu befreien. „Die Tugenden des Maßhaltens und der Askese werden uns bei der Bewahrung der Schöpfung eine große Hilfe sein.“ An das Lukasevangelium erinnernd, schreibt Schick: „ ‚Gott dienen’ heißt: mit Gottes Schöpfung umgehen, wie er es will.“ Das bedeute, dankbar annehmen, was Gott in der Natur geschenkt habe, es nutzen und entfalten sowie zugleich für die nachfolgenden Generationen bewahren.











