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Bistum Aachen Bild: © 02.03.09 Seite drucken

"Wir leben vom Wort der Anderen"

Bischof Heinrich Mussinghoff, Bistum Aachen
© KNA

Fastenhirtenbrief des Bischofs von Aachen

Die Initiative „gottes-wort am menschen-ort“ steht im Mittelpunkt des diesjährigen Fastenhirtenbriefes von Bischof Heinrich Mussinghoff. Die Aktion startet in der Osterzeit 2009 und endet am 20. September 2009, dem Caritassonntag, mit einem Gottesdienst im Aachener Dom und einer szenischen Collage in der Citykirche St. Nikolaus.
 
In dieser Zeit sind Pfarrgemeinden und Gemeinschaften der Gemeinden, im öffentlichen Raum und in kirchlichen Einrichtungen, in Verbänden, ökumenischer Kooperation und Initiativen eingeladen, sowohl bewährte wie unkonventionelle Wege und Orte zu finden für die Begegnung mit Gottes Wort.

„Niemand von uns kann ohne das Wort eines anderen leben. Jede und jeder von uns braucht es, sich aussprechen zu können und angesprochen zu werden. Das Wort des Nächsten brauchen wir wie das tägliche Brot“, schreibt Bischof Mussinghoff in seinem Fastenhirtenwort. Gottes Wort sei „Brot des Lebens“ für uns. Es sei keine wolkige Lebensweisheit, sondern Nahrung für unser inneres Leben. Auch eine Gemeinde, die an einem Sonntag keine Eucharistie feiern könne, gehe nicht ohne „Brot des Lebens“ nach Hause. Sie bekomme Lebensbrot in Gestalt des Wortes Gottes. Auch durch unser Leben spreche Gottes Wort. Unser Umgang miteinander und unsere Gesten, unsere Lieder, unser Hilfeschrei und unser Dankeswort, schließlich unser Schweigen, all dies sei die Sprache unseres Lebens, die Sprache, in der wir einander etwas von Gottes Wort verständlich machten.

So sehr wir Menschen uns darin glichen, dass wir auf das Wort des Nächsten angewiesen seien, schreibt Bischof Mussinghoff weiter, so sehr unterschieden wir uns darin, wie wir lebten: in der Stadt oder auf dem Land, allein oder in einer Beziehung, mit sicherer Arbeitsstelle oder ohne Erwerbsarbeit. Dabei nähmen wir das, was sich jenseits unseres persönlichen Umfelds abspiele, oft nur noch verschwommen wahr. Hier könnten uns auch Kunst und Kultur, Literatur, Bilder, Theater, Musik und Film helfen, hellhörig zu werden. Denn auch dadurch spreche Gott zu uns. Nicht nur für ihn als Bischof, sondern für alle sei es wichtig, wahr- und ernstzunehmen, wie vielfältig und verschiedenartig die „menschen-orte“ seien, an denen wir lebten. „Das ist wichtig für unser alltägliches Zusammenleben und es ist zentral für unseren Glauben“, betont der Bischof.

Bischof Mussinghoff schließt seinen Brief mit dem Wunsch, dass die Menschen in den Gemeinden, den Gemeinschaften der Gemeinden, den Ordensgemeinschaften, Verbänden und Gruppen für die fünf Monate der Aktion Gottes Wort wieder neu als befreiende Botschaft hören: in der Schöpfung, in der Begegnung mit Jesus Christus, in den Texten der Bibel und im Leben der Menschen, ob sie Ihnen nahe stehen oder fern sind, an gewohnten und ungewohnten Orten.

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