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Erzbistum Berlin Bild: © 02.03.09 Seite drucken

"Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen"

Kardinal Georg Sterzinsky, Erzbistum Berlin
© KNA

Fastenhirtenbrief von Kardinal Sterzinsky

Der Kardinal schreibt in seinem Hirtenwort:

"In der breiten Öffentlichkeit wird in diesem Jahr noch vieler Ereignisse der Vergangenheit gedacht werden.

Ich nenne beispielsweise den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen, mit dem vor 70 Jahren der Zweite Weltkrieg begann, der millionenfaches Leid über die Völker Europas und der Welt brachte und schließlich zur Teilung Deutschlands führte. Der 1. September 1939 – ein schwarzer Tag!

Ich nenne sodann den Fall der Mauer vor 20 Jahren, den eine friedliche Revolution bewirkte und der zum Sturz der SED-Herrschaft führte und den Weg frei machte zur deutschen Einheit in einem sich vereinigenden Europa. Der 9. November 1989  - ein Tag herzlicher Freude!

Es gibt gute Gründe, an bedeutsame Ereignisse der jüngeren und jüngsten Geschichte zu erinnern und Zeugnisse zu bewahren, die Auskunft geben und die nachwachsende Generation informieren. Nur wer die Geschichte kennt, versteht die Gegenwart und ist imstande, die Zukunft zu gestalten.

Was bedeutet aber nun das Gedenkjahr, das unser Heiliger Vater, Papst Benedikt XVI., für 2008/2009 ausgerufen hat: das Paulusjahr? Anlass ist die Geburt des Apostels Paulus vor 2000 Jahren. Dieses Ereignis liegt ja doch weit zurück. Hat die Person bzw. Persönlichkeit des Apostels noch eine Bedeutung für die Gegenwart? Oder ist das Jubiläum wieder einmal ein Zeichen dafür, wie rückwärtsgewandt die Kirche ist und wie gering ihr Gegenwartsbezug?
Nein! Es geht vielmehr um den Apostel und sein Werk. Es geht um die Überlieferung, die Paulus empfing und durchdachte wie keiner vor ihm oder neben ihm. Es geht um die Botschaft, die er fruchtbar machte für die junge Kirche. Es geht um sein Verständnis des Evangeliums, das er verteidigte, auch in heftigen Auseinandersetzungen, sogar mit Petrus, dem Ersten der Apostel, für das er aber die Übereinstimmung und Zustimmung der Urapostel wie des hl. Petrus einholte. Es geht um die Lehre des Apostels, in der die Kirche die Wahrheit des Evangeliums Jesu für alle Zeit erkannte."

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