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Bistum Essen Bild: © 02.03.09 Seite drucken

Gott in allem den ersten Platz geben

Felix Genn, Bischof im Bistum Münster
© Martin Engelbrecht

Hirtenwort von Bischof Felix Genn zur Fastenzeit

"Die Schönheit und Wahrheit unserer christlichen Berufung zu erkennen, zu erspüren, dass dies das Beste von allem Guten ist, und dass wir damit der Welt und den Menschen kräftige Nahrung und bleibendes Leben bringen", diesen Auftrag stellte Bischof Felix Genn in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit in den Mittelpunkt.

Die Spur des Glaubens weiter zu verfolgen, diene dazu, den Menschen das Leben zu verkünden. Dieser Botschaft habe auch er, so Genn, mit seinem bischöflichen Wirken im Bistum Essen dienen wollen. Mit Blick auf die Familien, Glaubensgruppen sowie die Arbeit der Katecheten dankte der Bischof den vielen Frauen und Männern, die "heute Zeugen sind". Genn: "Ich danke all den Zeugen, die im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben dazu beitragen, dass die Botschaft von Jesus Christus ihre konkrete Gestalt auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen erhält und neu gewinnt."

Es gebe manches, so der Bischof weiter, das die Menschen vom Evangelium fernhalten wolle. Genn rief die Gläubigen auf, „dem Evangelium Christi mehr zu trauen als anderen Botschaften“. Diese versprächen auf den ersten Blick mehr, erwiesen sich im Nachhinein aber als trügerisch. „Zum Reich Gottes zu gehören bedeutet: Gott in allem den ersten Platz zu geben.“

In seinem letzten Hirtenwort an die Katholiken im Bistum Essen dankte Genn allen, "die durch tatkräftiges Wirken, durch Gebet und Opfer, durch stille Dienste und inneres Mittragen unserer gemeinsamen Sendung als Christen in dieser schwierigen Zeit treu bleiben". Die vergangenen Jahre seien weder für die Gläubigen in den Pfarreien und Gemeinden noch für ihn leicht gewesen, so Genn. Der Prozess, den er gemeinsam mit den Gläubigen im Bistum Essen durchlaufen habe, sei mitunter sehr schmerzlich gewesen. Genn: "Wenn ich von Ihnen Abschied nehme , liebe Schwestern und Brüder, so steht das alles vor mir; ich sehe Tränen, den Ärger, die Wut, das Unverständnis; ich habe aber auch die Bereitschaft vieler vor Augen, in dieser Krise eine Chance zu sehen und neue Wege zu beschreiten." Er habe bei sachlichen wie personellen Entscheidungen Menschen weh tun müssen, sie möglicherweise sogar verletzt, ohne sie verletzen zu wollen. Er bitte diejenigen um Verzeihung, die er verletzt habe. Und er klopfe an die Herzen derjenigen an, die sich nicht in der Lage sehen, ihm zu vergeben: "Ich bitte sie auf jeden Fall um Respekt und um Vertrauen, dass ich versucht habe, meine Pflicht als Bischof zu erfüllen."

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